Urlaub mit Hund

Tipps & Tricks für einen Urlaub mit dem Vierbeiner
Urlaub mit Hund
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In diesem Beitrag findet ihr alle Infos zu Verhaltenstipps für einen Urlaub mit Hund, Allgemeine Reisetipps mit eurem Vierbeiner und welche Transportmittel am besten geeignet sind.

Tipps für den Urlaub mit Hund

Reisen mit Hunden wird immer leichter, denn die Nachfrage bestimmt auch im Tourismus das Angebot. Inzwischen gibt es schon eine eigene Sparte, die sich auf Hundetourismus spezialisiert hat. Hunde sind inzwischen für viele Menschen vollwertige Mitglieder der Familie, und die lässt man nicht einfach daheim. Im Gegenteil, im Urlaub hat man endlich Zeit, etwas mit dem geliebten Vierbeiner zu unternehmen. Damit das so reibungslos wie möglich abläuft, solltet Ihr vor der Abreise ein paar Kleinigkeiten checken.

Erkundigt Euch nach den jeweiligen Einreisebestimmungen für Tiere. Innerhalb der EU braucht Ihr einen gültigen EU-Heimtierausweis. Der wird Euch vom Tierarzt ausgestellt. Außerdem muss der Heimtierausweis Eurem Hund eindeutig zugeordnet werden können, d.h. er muss gechippt sein. Wenn Ihr in Österreich lebt, ist das sowieso schon passiert, denn da ist das Chippen Pflicht. Solltet Ihr aber Euren Hund erst kürzlich aus dem Ausland adoptiert haben, müsst Ihr das checken lassen. Für manche Länder, zum Beispiel Russland, braucht Ihr außerdem ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis, das nicht älter als 10 Tage sein darf. Achtung auch bei sogenannten Listenhunden – in manchen Ländern, auch Deutschland, gelten Sonderregelungen, oder die Einreise mit solchen Rassen ist überhaupt ganz verboten.

Urlaub mit Hund

Tätowierung oder Chip? Falls Ihr irgendwo einmal gehört haben solltet, dass auch Tätowierungen als Kennzeichnung gültig sind, dann stimmt das nur zum Teil. Bis zum 2. Juli 2011 war das noch möglich, und bei älteren Tiere, die vor diesem Datum zur Kennzeichnung tätowiert wurden, gilt sie noch. Seit dem 3. Juli 2011 muss Euer Hund aber einen Chip haben. (Selbst dann, wenn Ihr gar nicht verreisen wollt, der ist für alle Hunde in Österreich Pflicht.) Damit kann nicht nur die Identität festgestellt werden – auch, wenn Euer Hund entlaufen sollte oder Ihr aus irgendwelchen unvorhersehbaren Gründen von ihm getrennt werden solltet wird es so leichter, die Besitzer zu finden, denn jeder Tierarzt und die meisten Tierheime können den Chip scannen.

Impfungen: Genauso, wie Ihr Reiseimpfungen braucht, um in bestimmte Länder einreisen zu dürfen, muss auch Euer Hund geimpft sein. Die Bestimmungen können auch von Land zu Land etwas voneinander abweichen, aber was absolut unumgänglich ist, ist die Tollwut-Impfung. Die ist aber ohnehin auch bei uns verpflichtend, Ihr müsst Euch nur um eine regelmäßige Auffrischungsimpfung kümmern. Und bei Junghunden muss die Erstimpfung mindestens 3 Wochen zurückliegen. Daher ist es auch wichtig, dass das Datum auf Eurer Impfbestätigung draufsteht. Für Welpen unter 3 Monaten gibt es Sonderregelungen! Euer Tierarzt sagt Euch auch, welche Impfungen sonst noch Pflicht sind. Bei uns in Österreich sind das Staupe, Parvovirose, Leptospirose und HCC.

Koffer clever packen. Nicht nur Ihr habt einige Dinge, die unbedingt in den Urlaub mit müssen. Solltet Ihr auch Kinder haben, dann wisst Ihr schon, dass es ohne den Lieblingsteddy gar nicht geht. Auch für Euren Vierbeiner solltet Ihr vertraute Sachen im Gepäck haben, wie das liebste Kauspielzeug und die Kuscheldecke. Auch Wasser- und Futterschüssel sollten dabei sein – für unterwegs gibt es faltbare Wassernäpfe (Faltnapf). Leine und Beißkorb müssen unbedingt mit, denn Ihr werdet früher oder später in eine Zone kommen, wo Leinen- und/oder Beißkorbpflicht besteht. Zumindest, wenn Euer Hund zu den Exemplaren mit empfindlichem Magen oder Allergien gehört, oder wenn Ihr schon wisst, dass sich bei Ihm Stress auf den Magen schlägt, dann solltet Ihr auch für ihn gewohntes Futter dabei haben. Denn dass Ihr am Urlaubsort genau die gleiche Futtermarke kaufen könnt, ist keineswegs sicher. Falls Euer Hund langhaarig ist – Bürste nicht vergessen!

Reiseapotheke. Die braucht Ihr nicht nur, wenn Euer Hund Medikamente nehmen muss. Eine Zeckenzange sollte immer dabei sein, außerdem können noch ein Fieberthermometer, Medikamente gegen Reiseübelkeit oder Stress, Augen-/Ohrentropfen und Verbandsmaterial Sinn machen. Nicht nur manche Menschen reagieren auf Reisen mit empfindlichem Magen. Ein Mittel gegen Durchfall ist auch in der Hundereiseapotheke empfehlenswert. Solltet Ihr einen Hund haben, der intensive Pflege von Hautfalten benötigt, wie zum Beispiel eine Bulldogge, denkt an das gewohnte Reinigungsmittel – möglicherweise gibt es das am Urlaubsort nämlich nicht. Wenn Ihr unsicher seid, was genau Ihr in die Hundereiseapotheke packen solltet, kann Euch am besten Euer Tierarzt beraten. Der kennt nämlich auch Euren Hund und kann Euch sagen, was für ihn ganz individuell ratsam wäre, oder welche Medikamente er schon bekommen und gut vertragen hat.

Hunde lieben es, die Nase beim Fenster hinauszustrecken. Der Zugwind kann allerdings zu Augen- oder Ohrenentzündungen führen. Außerdem ist das auch aus anderen Gründen nicht sicher für Euren Hund oder Euch (siehe „Hund und Transportmittel“, wo Ihr Euch über Sicherung des Hundes im Auto informieren könnt). Keinesfalls solltet Ihr das bei höheren Geschwindigkeiten erlauben – ein kleiner Hund könnte aus dem Auto gerissen werden. Wenn der Spalt im Fenster zu groß ist, könnte der Hund auch hinausspringen, wenn er etwas Interessantes sieht, weil er die Geschwindigkeit nicht einschätzen kann.

Urlaub im Sommer

Hitze kann für viele Hunde ein Problem sein. Nicht nur für die nordischen Hunde, die schließlich von der Natur dafür konzipiert wurden, extreme Minustemperaturen in Eis und Schnee zu überleben. Einige brachycephale Rassen haben aufgrund ihrer Kopfform (einer durch Züchtung extrem verkürzten Nase) auch bei Normaltemperaturen manchmal Schwierigkeiten, zu atmen. Da Hunde sich durch Hecheln abkühlen und das für diese Rassen schwieriger ist, sind sie bei Hitze besonders gefährdet. Nicht nur Menschen können einen Hitzeschlag bekommen! Für Hunde kann das tödlich ausgehen!

Hunde dürfen im Sommer nie im Auto zurückgelassen werden, da sich der Innenraum extrem aufheizt. Sorgt regelmäßig für Pausen, ausreichend Wasser und Abkühlungsmöglichkeiten! Wenn Ihr nicht die Möglichkeit habt, Euren Hund schwimmen zu lassen, kann auch ein nasses Handtuch Abhilfe schaffen. Wenn es sehr heiß ist, legt sich Euer Hund gerne drauf. Idealerweise habt Ihr auch einen Kanister (oder zumindest eine Flasche) Wasser dabei.

Für manche Hunde, natürlich besonders Nackthunderassen wie den Chinesischen Schopfhund, besteht außerdem Sonnenbrandgefahr! Solche Rassen benötigen genauso Sonnencreme, wie wir Menschen – allerdings Spezialcreme für Hunde, ohne Parfums und andere für Hunde schädliche Inhaltsstoffe. Die gibt es in Apotheken, bei manchen Tierärzten und im Tierbedarfshandel. Auch Nasen und Ohren der behaarten Rassen sind sonnenbrandgefährdet.

Hund im Wasser

Was tun bei einem Notfall?

Kontaktdaten. Falls Euer Racker im Urlaub ausreißt – und das kann leider leichter passieren, als man denkt, beispielsweise wenn eine läufige Hündin in der Nähe wohnt – , wollt Ihr ihn natürlich so schnell wie möglich wieder zurück haben. Macht es den Findern leichter, indem Ihr Eure Kontaktdaten (Name, Handynummer und Hotelanschrift) am Halsband befestigt. Es gibt Halsbandanhänger für genau diesen Zweck, in den unterschiedlichsten Ausführungen, Farben und Formen, als kleines Täschchen, Herzchen oder Anhänger. Auch für die modebewusstesten Hundefrauchen findet sich eine geeignete Lösung. Für die fixen Daten wie Besitzername, Telefonnummer und Heimatadresse gibt es auch „Identity Tags“. Diese hübschen Anhänger in allen Farben und Formen können graviert werden – so geht die Information auch bei Schmutz oder Nässe nicht verloren. Wozu das nötig ist, wenn Euer Hund doch gechippt ist? Weil es dann schneller geht. Der Finder ist nämlich wahrscheinlich kein Tierarzt, der ganz zufällig den Chipscanner dabei hat. Mit Hilfe solcher Tags kann Euch der Finder gleich direkt kontaktieren, und Ihr müsst nicht erst alle Tierheime abklappern, bevor Ihr Euren Liebling wieder habt.

Notfälle: Die Nummer Eures Tierarztes daheim habt Ihr vermutlich eingespeichert, vielleicht sogar die der Tierrettung, nur für alle Fälle. Aber auch am Urlaubsort kann Unvorhergesehenes passieren. Wenn tatsächlich etwas geschieht, kann es oft um Minuten gehen. Dann erst Erkundigungen nach einem Tierarzt einzuholen, könnte fatal sein. Damit im Notfall Hilfe so schnell wie möglich zur Stelle ist, solltet Ihr Euch vor Urlaubsantritt nach der Nummer des nächstgelegenen Tierarztes erkundigen (und auch feststellen, ob die Praxis tatsächlich besetzt ist und er nicht gerade selbst auf Urlaub ist).

 

Hund und Transportmittel

Ab gehts mit dem Hund in den Urlaub! Aber welches ist das Transportmittel der Wahl? Wir haben für Euch verschiedene Reisemittel verglichen. Vielleicht macht Euch das die Entscheidung, womit es mit Hund in den Urlaub gehen soll, leichter.

Hund im Auto

Grundsätzlich ist es das idealste Reisemittel für den Urlaub mit Hund, denn damit könnt Ihr jederzeit Pausen einlegen. Im Auto gibt es allerdings noch andere Dinge zu beachten, als das Hitzeproblem (siehe „Tipps für den Urlaub mit Hund“). Wir müssen uns aus gutem Grund anschnallen – ebenso müssen Hunde gesichert werden, zu ihrer eigenen Sicherheit und zu unserer. ÖAMTC Crash-Tests haben ergeben, dass ein ungesicherter Hund bei einem Unfall mit etwa 50 km/h durch den Innenraum geschleudert wird. Die dabei entwickelte Aufprallwucht entspricht dem Gewicht von einer halben Tonne. Der Hund wird das vermutlich nicht überleben, aber auch Fahrer und Beifahrer können schwerste Verletzungen erleiden, wenn etwas mit dieser Wucht gegen die Nackenstütze oder die Rückenlehne prallt.
Aus diesem Grund gibt es mehrere Möglichkeiten der Sicherung; es gibt auch schon Hundegurte. Der Nachteil dieser Gurte ist, dass sie einen gewissen Spielraum haben; der Hund kann trotzdem noch gegen die Vordersitze geschleudert und dabei verletzt werden. Je nach Hundegurt kann bei einem solchen Aufprall auch der Vordersitz um bis zu 40 cm nach vorne verformt werden, was beim Fahrer oder Beifahrer zu schlimmen Verletzungen führen kann.
Am sichersten sind die Hundetransportboxen. Wenn Ihr Euren Hund rechtzeitig an die Box gewöhnt, mögen sie diese sogar und schätzen sie als Rückzugsmöglichkeit. Einen Hund bei Reiseantritt zum allerersten Mal in die Box zu stecken, ist allerdings keine gute Idee.
Die Boxen gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen und Größen. Achtet dabei darauf, dass die Größe der Box für Euren Hund angemessen ist: Er muss aufstehen, sich umdrehen und sich bequem hinlegen können. Die Kuscheldecke am Boden macht es für ihn auch bequem und heimisch.

Hund Auto

Hund im Zug

Prinzipiell ist das erlaubt und möglich. Kleine Hunde, die in eine Tasche oder tragbare Transportbox passen, dürfen gratis mit, alle größeren müssen zahlen; mit Ausnahme von Behindertenbegleithunden – auch die dürfen gratis mitfahren. Zumindest gilt das für die ÖBB und Deutsche Bahn, in anderen Ländern können auch hier andere Bestimmungen gelten.
Obwohl dies oft nicht eingehalten wird: Für die Bahnfahrt sind Beißkorb und Leine vorgeschrieben. Ihr solltet zusätzlich noch ein paar Sachen bedenken, wenn Ihr überlegt, mit Hund und Bahn zu verreisen. Gerade in der Urlaubssaison sind die Züge oft voll. Eine Platzreservierung ist da dringend zu empfehlen, aber selbst dann kann es noch unbequem eng werden! Nehmt auch entsprechend Rücksicht auf die anderen Fahrgäste – auch Hundeliebhaber werden nicht entzückt sein, wenn sie im engen Gang mit Koffer noch über Euren Bernhardiner springen müssen, weil er mitten am Weg liegt. Außerdem muss Euch bewusst sein, dass der Zug für Euch nicht anhält, wenn Fifi mal muss. Längere Fahrten können somit recht unangenehm werden. Unbedingt vorher ausgiebig Gassi gehen, dann ist Euer Hund nicht nur ruhiger, weil er sich vor Fahrtantritt noch austoben durfte, sondern es bleibt Euch auch erspart, vor den Augen des entrüsteten Zugpersonals und der hämischen Mitreisenden ein Lackerl oder Schlimmeres entfernen zu müssen.

Hund am Schiff

Diesbezüglich solltet Ihr Euch ganz genau bei den jeweiligen Schifffahrtsgesellschaften erkundigen. Auf den meisten Kreuzfahrtschiffen sind Hunde verboten, mit Ausnahme von Assistenzhunden (mit Ausweis). Aus verständlichen Gründen: Nicht nur Menschen können seekrank werden, und Gassi gehen ist auf hoher See problematisch. Selbst wenn das Häufchen am Deck schnell mittels Kottüte beseitigt wird, die Gäste am Kreuzfahrtschiff wollen verständlicherweise auch nicht durch die Lackerln waten. Auch die Einreisebestimmungen in manchen Ländern könnten zum Problem werden: Es kann sein, dass Ihr in manchen Häfen mit Hund gar nicht von Bord dürft. Das wäre bei einer Kreuzfahrt dann entgegen dem Sinn der Sache.
Bei Tagestouren, Fährschiffen und Segeltörns dürfen Hunde manchmal mit – wichtig: Vorher bei den jeweiligen Anbietern erkundigen!

Hund im Flugzeug

Die Bestimmungen für Hunde im Flugzeug können von Airline zu Airline unterschiedlich sein. Daher vor Reiseantritt bei Eurer Fluglinie nachfragen! Bei der Lufthansa gelten folgende Bestimmungen: In die Kabine dürfen nur die Minihunde mit, und zwar solche, die in eine Box mit den Maximalmaßen von 55 x 40 x 23 cm passen. Hund und Box dürfen zusammen nicht mehr als 8 kg wiegen. Blinden- und sonstige Assistenzhunde dürfen gratis in der Kabine mit, müssen allerdings rechtzeitig angemeldet werden. Größere Hunde (und als „größer“ gilt alles, was inklusive Transportbox mehr als 8 kg wiegt) werden im klimatisierten Frachtraum als Übergepäck transportiert. Das bedeutet, es kostet auch extra; der Transport von Tieren ist nicht im „Gepäck“ inbegriffen. Die genauen Transportbestimmungen findet ihr auf der AUA Homepage.

Bedenkt aber auch, dass Euer Hund für die Zeit des Fluges und die ganze Zeit von der Abgabe bis zur Abholung alleine zurecht kommen muss! Er befindet sich in einer ungewohnten Umgebung, in einem lauten Umfeld, eventuell direkt neben ängstlichen Tieren, die ihre Nervosität auf ihn übertragen könnten, und wird von fremden Menschen in der Box herumgetragen. Start und Landung sind sogar für viele Menschen mit Stress verbunden – Euer Hund im dunklen Frachtraum weiß aber nicht, was der Krach und die Kräfte, die da plötzlich auf ihn wirken, bedeuten. Auch einen Druckausgleich kann er nicht machen. Das Flugzeug sollte die letzte Wahl für Reisen mit Hund sein. Wenn Ihr Euren Urlaubsort nur mittels Flugzeug erreichen könnt, ist es wahrscheinlich besser für Euren Hund, wenn er daheim bei Freunden, Verwandten oder in einer guten Hundepension bleibt. Wenn es denn gar nicht anders geht, als den Hund im Flieger mitzunehmen, könnt Ihr Euch noch beim Tierarzt wegen eines sanften Beruhigungsmittels erkundigen.

Verhaltenstipps für den Urlaub mit Hund

Euer Vierbeiner ist Teil der Familie und immer mit von der Partie – so soll es sein. Aber jetzt kommt die Urlaubszeit, und Ihr wollt gerne wegfahren. Oma und Opa können oder wollen nicht auf Waldi aufpassen und eine Hundepension kommt für Euch nicht in Frage. Die gute Nachricht: Ihr müsst trotzdem nicht daheim bleiben. Urlaub mit Hund wird immer mehr zum Thema, denn die Hotels und Urlaubsregionen reagieren auf die Nachfragen ihrer Gäste. Es gibt allerdings einen guten Grund, warum Hunde nicht überall gerne gesehen sind: Viele Hundebesitzer lassen ihren ungezogenen Rabauken alles durchgehen und nehmen keine Rücksicht auf die anderen Erholungssuchenden. Die wenigen mit schlechtem Benehmen (und damit sind nicht die Hunde gemeint) sorgen leider dafür, dass die Auflagen überall viel strenger und für die gesitteten Hundehalter immer mühsamer werden. Damit der Urlaub für alle Beteiligten angenehm wird und man trotz Hund gerne wieder als Gast gesehen wird, gilt es lediglich, ein paar einfache Regeln zu befolgen.

Behaltet Euren Hund im Auge. Viele Menschen lieben Hunde und freuen sich, Hundebekanntschaften zu machen. Manche haben allerdings auch Angst – oder Allergien! Genauso, wie Hundeliebhaber lernen müssen, nicht gleich ungefragt auf jeden knuddeligen Hund zuzustürzen, müssen Hundebesitzer lernen, ihren noch so lieben Vierbeiner nicht auf fremde Menschen zulaufen zu lassen. Wartet ab, ob das für die anderen ok bzw. erwünscht ist.

Nicht anspringen lassen! Man muss nicht unbedingt Angst vor Hunden haben, um es als unangenehm zu empfinden, von einem – vielleicht sogar noch fremden – Hund angesprungen zu werden. Manchmal ist es auch mehr als nur unangenehm: Wenn Euer Hund gerade aus dem Wasser kommt oder von den Pfoten bis zu den Ellenbogen im Schlamm gewatet ist und dann jemanden anspringt, wird das selten Freude auslösen. Euer Hund versteht aber nicht, warum er einmal hochspringen darf, und einmal nicht. Im schlimmsten Fall können so auch Menschen verletzt werden: Auch die stumpfen Hundekrallen können böse Kratzer auf sommerlich-nackten Beinen hinterlassen, und kleine Kinder können umgerissen werden und sich dabei verletzen. Dass der Hund das „doch eh ganz lieb gemeint“ hat, spielt dann keine Rolle.

Räumt die Hinterlassenschaften weg! Niemand tritt gerne in Hundekot. Nicht nur, dass die Schuhe umso schwieriger zu reinigen sind, je tiefer das Profil ist. Der Gestank wird auch ins Auto, ins Restaurant, ins Zimmer mitgenommen – unangenehm für alle Beteiligten. Abgesehen davon ist es auch in vielen Ländern gesetzlich vorgeschrieben, dass Ihr die Häufchen Eures Vierbeiners entfernen müsst. Wer das nicht tut, muss nicht nur mit dem Unmut seiner Mitmenschen rechnen, sondern auch mit Bußgeldern. Gassi-Säckchen gibt es meist sogar gratis in Hundeauslaufzonen, oder in Spendern an den Gassiplätzen der Ortschaften. Alternativ gehen auch Jausensäckchen, Tiefkühlbeutel oder Minimistsäcke für den Kosmetikkübel. Wer gar nichts davon hat, kann notfalls immer noch eine alte Zeitung verwenden. Oder einfach einen anderen Hundehalter fragen ob er mit einer Gassitüte aushelfen kann; die meisten haben mehr als nur eine dabei. Wichtig: Die Gacki-Sacki, wie sie in Wien heißen, gehören nicht ins Gebüsch oder an den Straßenrand, sondern in die Mülltonne! Diese Regel gilt auch für Spaziergänge in der Natur – diejenigen, die nach Euch kommen, haben ebenfalls ein Recht darauf, die Schönheit des Waldes genießen zu können, und nicht eine Mülldeponie.

Nicht betteln lassen. Große Hundeaugen und wehmütige Falten im Gesicht lassen auch die hartgesottensten Kerle schmelzen. Wer allerdings gerade im Restaurant sitzt, will normalerweise sein Essen genießen und sich gut unterhalten. Auch hundefreundliche Leute, die sich gerade noch mit Euch unterhalten und auch Euren Hund begrüßt haben, schätzen es meistens nicht, wenn Euer Hund sie während des Essens intensiv und hoffnungsvoll anstarrt oder ihnen gar aufs Knie sabbert. Kommt der Hund ins Restaurant mit, sollte er sich unter Eurem Tisch zusammenrollen. Wichtig: Damit sich Euer Hund auch entspannen kann, sollte er davor seinen Spaziergang gehabt, Wasser und eventuell bereits Futter bekommen haben. Es kann auch hilfreich sein, die Kuscheldecke dabei zu haben, damit er auch im Restaurant sein Plätzchen hat.

Sorgt dafür, dass Euer Hund ausgelastet ist. Einmal ganz davon abgesehen, dass das auch für die physische und psychische Gesundheit Eures Hundes wichtig ist, kann Euch ein unausgelasteter Hund jede Menge Scherereien einbringen. Wenn der Hund allein im (Hotel-) Zimmer bleiben muss, wird er sich bald langweilen oder in der möglicherweise fremden Umgebung unruhig werden. Deshalb muss Euer Hund nicht nur gelernt haben, allein bleiben zu können. Bevor er alleine bleiben muss, braucht er viel Bewegung – spazieren gehen, toben, spielen, das ganze Programm. Wenn er danach müde ist, wird er sich freiwillig im Körbchen einrollen und eine Runde schlafen, und es ist nicht ganz so schlimm, wenn Ihr ein paar Stunden nicht da seid. Ein gelangweilter Hund wird jedoch nach Möglichkeiten suchen, sich zu beschäftigen. Entweder, er „ruft“ nach Euch, was vermutlich die Nachbarn auf die Palme bringen wird, oder er beginnt, das Zimmer auf seine Spielzeugtauglichkeit zu untersuchen. Je nach Grad der Langeweile und des Erziehungslevels können dabei ernste Beschädigungen an den Möbeln entstehen. Selbst, wenn Eure Versicherung dafür aufkommt – in dem Hotel wird man sich nicht mehr über einen Besuch von Euch freuen. Ein gut erzogener Hund ist nicht nur eine Freude für Euch und Eure Mitmenschen. Die Zeit, die Ihr beim Training mit Eurem Hund verbringt, fördert auch die Bindung zu Eurem vierbeinigen Freund.

Beachtet regionale Vorschriften bezüglich Leinen- oder Beißkorbpflicht. Grundsätzlich könnt Ihr damit rechnen, dass an öffentlich zugänglichen Orten, an denen viele Menschen unterwegs sind, zumindest Leinenpflicht, manchmal auch Beißkorbpflicht herrscht. Das ist nicht als Schikane gedacht, sondern dient dem Schutz – auch Eurem. Auch wenn man den liebsten Hund der Welt hat und Beißkörbe so gar nicht leiden kann, es gibt Situationen, in denen sie Sinn machen. Beispielsweise in der U-Bahn. Es kommt leicht zu Gedränge, der Hund kann übersehen werden, und jemand kann versehentlich auf Pfote oder Schwanz treten. Selbst wenn der Hund vor Schreck nur in die Luft schnappt oder laut aufquietscht, seid Ihr die Bösen. Besonders tragisch, wenn Ihr einen sogenannten Listenhund führt – dann steht Ihr nämlich leicht wegen „Hundeattacke“ in der Zeitung. Gut, wenn Ihr sagen könnt: „Der Hund kann gar nicht gezwickt haben, er hatte den Beißkorb auf.“

Sucht einen bequemen Beißkorb für Euren Hund aus, der nicht auf die Nase drückt. Der Hund muss auch trotz Beißkorb hecheln und Wasser aufnehmen können. Beißkörbe gibt es nicht nur aus Metall, sondern auch aus Leder oder Kunststoff, und es gibt sie auch in lustigen bunten Farben.Wenn der Hund ein paarmal ein Stückchen Wurst oder sonstiges Leckerli aus dem Beißkorb fressen darf, bevor er ihn aufsetzen muss, lernt er sehr schnell, das unnatürliche Gestell mit einer angenehmen Erfahrung zu verknüpfen.

Achtet auch beim Spazierengehen in der Natur darauf, ob Freilauf gestattet ist. Wiese heißt nicht automatisch „Hunde erwünscht“. Auch in Naturschutzgebieten ist es oft nicht erlaubt, Hunde frei laufen zu lassen. Wenn Euer Hotel hundefreundlich ist, könnt Ihr dort mit ziemlicher Sicherheit auch Tipps einholen, wo Ihr in der Umgebung am besten mit Hund spazieren gehen könnt, und was wo erlaubt ist.

Viele Hunde lieben es, zu planschen. Wie kleine Kinder stürzen sie sich ohne Rücksicht auf die neuen Autositze in jede Schlammpfütze. Oder in den See. Oder ins Meer. Um sich danach wieder abzutrocknen, haben Hunde eine hervorragende Technik entwickelt: sie schütteln sich. Dabei erfolgt eine ganz erstaunliche Gegendrehung des Körpers, ähnlich dem Auswringen eines nassen Handtuches. Wer allerdings vom resultierenden Sprühregen erfasst wird, hat selten Bewunderung für die Effektivität dieser Aktion übrig. Achtet darauf, dass sich Euer Hund nach dem Schwimmen nicht direkt neben anderen Badegästen abschüttelt!

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